Wie "wir" von #Killerspielen , #socialnetworks und Co. profitieren können

In jüngster Zeit häufen sich kritischen Stimmen in sämtlichen Medien und auch in der Politik bzgl. verschiedener Formen des Web 2.0. Diskutiert wird offensichtlich mit Vorliebe der negative Einfluss des Web 2.0. i.w. Sinne auf unsere Gesellschaft; aber auch mit besonderem Augenmerk auf unsere Jugend. Diskutiert wurde unter anderem ein mögliches Verbot von sog. Killerspielen; dem Zugangserschwerungsgesetz - auch die Gefahren von social networks wie studivz, facebook und co. auf die Jugend.
Allein das Zugangserschwerungsgesetz demonstrierte ....
die traurige Wirklichkeit mit welchem Aktivismus die Politik auf derartige Fragen reagiert: Der Ruf nach Kontrolle - das Verlangen nach mehr Verboten.
Diese Betrachtungsweise ist nach hier vertretener Ansicht, nicht nur ungeeignet, sondern auch taktisch unklug. Besonders lesenswert in diesem Zusammenhang ist ein Artikel, der
in der Onlineausgabe des Spiegel erschienen ist.

Anstatt die c64 Generation als Feindbild zu betrachten und sich auf die andere Seite des Problemflusses zu stellen, sollte die Politik sich auf die gleiche Seite stellen und versuchen das Problem miteinander als gegeneinander zu lösen. Politisches Desinteresse und Resignation, sowie totaler Vertrauensverlust gegenüber der Politik („Die ändern doch sowieso nichts“.... ) sind kein Geheimnis und die direkte Folge davon, dass die „Kenn ich nicht - brauch ich nicht - komm ich auch überhaupt nicht mehr mit klar - Generation“ (...Browser? War das nicht so eine Videospiel meines Kindes?) bezüglich dem Medium Web 2.0 in einer völlig inakzeptablen Art und Weise unflexibel ist.

Einerseits wird argumentiert, der typische amoklaufende Killerspieler sei ein Einzelgänger, hätte so gut wie keine sozialen Kontakte, und seine Umwelt erkennt in der Regel nicht rechtzeitig die frühen Symptome. Auf der anderen Seite wird doch da gerade verkannt, dass gerade diese Einzelgänger ihr soziales Umfang im Web finden können. Am Beispiel der Killerspiele z.B. in ihrem Clan oder ihrer Gilde oder in ihrer social network group.

Falls also jemand rechtzeitig auffälliges Verhalten bemerken kann, dann gerade die Leute in der jeweiligen Szene.

Entreisst man den Leuten ihr soziales Umfeld fördert man nur eine weitere soziale und psychische Dekompensation. Aber arbeitet man mit ihnen zusammen, so hätte man bereits in der Vergangenheit evtl. tragische Ereignisse verhindern können - wenn man die entsprechenden Szenen für das Thema sensibilisiert - statt desensibilisiert hätte.
Höre ich im TV, dass man einerseits zwischen „realen Beziehungen“ und „Beziehungen, die im Internet begründet sind“ unterscheidet, so kann ich als jemand, für den die Nutzung des Webs alltäglich ist, der mittlerweile mehr als zehn Jahre in fester (im Internet kennengelernter) Beziehung festen sozialen Halt gefunden hat und weite Teile seines Lebens in virtuellen Welten und Communities verbracht hat, nur den Kopf schütteln. Ist eine Freundschaft, die über das Netz entstanden ist nun irreal?

Liebe „Kenn ich nicht - brauch nicht - komm ich auch nicht mit klar- Generation,bitte akzeptiert, dass Web 2.0 in welcher Form auch immer - mittlerweile für einen Grossteil der Menschen Kultur und Alltag, ja eine wichtige zentrale Rolle im sozialen Leben darstellt. Versucht nicht einen Kampf zu forcieren, der sich letzlich gegen Euch richten wird.


Meine Prognose: Weitere strikte Verbote und freiheitseinschränkende Eingriffe in unsere Grundrechte zugunsten weniger zu Lasten Tausender wird dazu führen, dass die traditionelle Politik verlacht und resigniert wird, insbesondere der c64 Generation, die gerade erst begonnen hat, mündig zu werden.
Mein Appell soll dahin gehen, die neuen Möglichkeit nicht mit angstverzehrtem Gesicht besorgt zu betrachten (wo soll das denn alles hinführen? Wir waren doch früher auch ohne so glücklich) , sondern sie als Chance auszunutzen - und gerade den Knackpunkt herauszukitzeln, mit Hilfe dessen man sein Problemlösung forcieren kann. Und dies fängt damit an, erst einmal herauszufinden, wo die jeweiligen Vorteile der sog. Problembereichen liegen:
Als Beispiel sei hier mal die social networks zu nennen sein: Wenn man schwarz sieht: so sieht man nur Exhibitionismus - man kann aber auch die Förderung von social skills und Kommunikationsbereitschaft sehen. Bei Killerspiele, sieht man nur das sinnlose Abballern von Menschen. Gerne schliesst man die Augen vor „Teamfähigkeit“, „Kommunikation“ und „sozialen Halt“. Wussten Sie z.B, dass mmorpgs das
Selbstbewusstsein fördern kann? Das sind nur exemplarisch ein paar Anhaltspunktem, ich bin mir sicher, dass auch Sie, wenn Sie sich Mühe geben, nicht nur die Kehrseite der Medaille sehen werden.

Abschliessend verabschiede ich mich mit einem freundliches „have a nice day kkthxbye“ ....